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Joachim Kolboske, Mehrgenerationen-Wohnprojekt Lebensräume in Balance in Köln.

Zum Interview trafen wir uns am 5. November 2017 in Köln-Ostheim.

 

 
 
Joachim Kolboske

Wann bist du hier in Ostheim eingezogen?
Vor zwei Monaten.

Du hast ja vorher schon in 2 anderen Wohnprojekten gewohnt und bist jetzt bei dem einen Projekt raus in dieses hier rein. Würdest du sagen, dass du dich bei all dem persönlich entwickelt hast?
Ja. Ich bin gewachsen. Ich musste auch wachsen, sonst hätte ich es nicht ausgehalten. Ich kann dadurch auch gut beurteilen, wie es mir hier jetzt geht. Ich bin hier auch mit offenen Armen empfangen worden. Die wollten mich dabei haben und mich auch halten, wegen meiner Erfahrung. Hier ist auch eine andere Beurteilungsmöglichkeit. Ich bin jetzt im Vorstand als Beirat und bin Sprecher der Hausgemeinschaft, wir haben drei Sprecher. Hier finde ich mich da wieder, wo ich denke, wo ich gut arbeiten und effektiv sein kann und meine Fähigkeiten einbringen kann.

Was meinst du mit „effektiv sein kann“?
Dass die Sachen, die ich mache, auch fruchtbar sind. Ich organisiere zum Beispiel von der Struktur und der grafischen Übersichtlichkeit her die Arbeitsgruppen. Und ich arbeite unheimlich gern mit Mindmaps, und das konnte ich hier sehr gut einbringen und den anderen auch in der Art und Weise zur Verfügung stellen, dass sie das dynamisch benutzen können. Das heißt nicht als Pdf, so wie auf der Webseite, sondern die können etwas anklicken und da geht etwas auf und wieder zu und so. Meine technischen und analytischen Fähigkeiten kann ich hier einsetzen, und die bringen auch was. Die Leute hier sagen auch: Toll, das finden wir gut, jetzt haben wir eine Übersicht und vorher nicht. Sowas meine ich mit effektiv.

Du hast mal gesagt, hier bei Lebensräume in Balance gäbe es eine tolle Willkommenskultur. Was meinst du damit?
Als erste Veranstaltung gibt es die Infoveranstaltung, zu der man kommen kann. Da wird man von 2 Personen darüber informiert, was die Eingangsvoraussetzungen sind rein technischer oder finanzieller Art. Was für Wohnungen es gibt, wieviel Geld es insgesamt kosten wird mitzumachen. Das ist überhaupt nicht preiswert hier. Das ist eher teuer. Über diese harten Fakten wird in der ersten Infoveranstaltung informiert, und man kriegt auch Papiere in die Hand, dass man mal nachlesen kann und es nicht nur hört. Dann werden Fragen beantwortet, und dann ist die Infoveranstaltung zu Ende. Dann wird man zu einem Brunch eingeladen. Das heißt, an einem Wochenende im Monat vormittags kommen fast alle Vereinsmitglieder zum Frühstücken zusammen, und die Interessenten kommen dazu, an ein riesiges, super gemachtes Büffet. Sie werden begrüßt und es wird sich ganz individuell um sie gekümmert. Alle Vereinsmitglieder tragen Namensschilder, also man weiß, wie man die Leute ansprechen kann, die Interessenten kriegen schnell mit Hand geschriebene Namensschilder, man duzt sich, es ist eine lockere Atmosphäre. Und ungefähr eine Dreiviertel Stunde bevor der Brunch zu Ende ist, haben die Interessenten die Möglichkeit, in einem separaten Raum mehr Infos zu bekommen und nachzufragen. Und dann können die Interessenten noch an Arbeitssitzungen teilnehmen, das ist die dritte Stufe. An so einer Art Vereinssitzung oder Hausgemeinschaftssitzung, in der reale Themen bearbeitet werden, personenbezogene Themen werden dort nicht gemacht, also nichts, was einzelne Mitglieder berühren könnte. Die Interessierten können gucken, wie wir miteinander umgehen. Da wird sich auch gestritten, also es ist schon real. Diese drei Stufen meine ich, harte Fakten zuerst, dann kommen mit dem Brunch weiche Fakten dazu, und dann lernen sie noch die Gruppendynamik in den Arbeitssitzungen kennen.

Können die Interessierten dann in den Sitzungen mitreden, oder sollen die nur zugucken?
Also rein praktisch reden die eher wenig. Die staunen eher und sind neugierig. Die wollen ja eigentlich sehen, wie wir ticken. Und die gucken interessiert zu.

 


Die größte Angst ist ja, dass jemand nur eine Wohnung haben will, und die ist berechtigt.


Das Interview in voller Länge finden Sie im Buch :
Ab ins Wohnprojekt! Wohnträume werden Wirklichkeit
   
   
 
   

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