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Kathleen Battke und Thomas Bebiolka, ZukunftsPioniere GbR, Amaryllis eG in Bonn

Zum Interview trafen wir uns am 12. April 2018 in Bonn.

 

 


 
Kathleen Battke und Thomas Bebiolka

Ihr beschäftigt euch nicht nur forschend und beratend mit dem Thema Kommunikation und Gemeinschaft, sondern ihr lebt hier bei Amaryllis ja auch in einem Gemeinschaftlichen Wohnprojekt. Daher möchte ich dich fragen Thomas: Weißt du wie Gemeinschaft geht?
Thomas: Ich glaube schon, dass ich weiß wie Gemeinschaft geht. Aber in erster Linie nicht aufgrund meiner Erfahrung in einem Wohnprojekt, in dem ich seit neun Jahren lebe, sondern aufgrund meiner spirituellen Erfahrung, die ich hierhin schon mitgebracht habe. Darüber wissen hier nur ganz wenige Leute etwas. Ich treffe hier auf so viele unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse und Haltungen, dass ich sehe, was es bedeutet, Unterschiedlichkeit unter einem Begriff zu versammeln. Oft habe ich das Gefühl, wir fangen immer wieder bei Null an. Hat man einen bestimmten Punkt erreicht, dann passiert wieder irgendwas, was uns zurückfallen lässt, oder es kommen neue Mitbewohner*innen dazu. Auf diese Art und Weise, die ich zum Teil etwas ermüdend finde, entsteht trotzdem eine Qualität, für die ich Wertschätzung aufbringe - auch wenn ich mir das anders gewünscht habe.

Kathleen, weißt du wie Gemeinschaft geht?
Kathleen: Ich weiß immer wieder nicht, wie Gemeinschaft geht. Aber ich meine zu wissen, wie sie gehen könnte. Einerseits schließe ich mich dem an, was Thomas gesagt hat, weil wir da einen Hintergrund haben, der sich berührt und woher wir unsere Gemeinschaftsbilder und auch unsere Erfahrungen beziehen. Für mich ist Gemeinschaft kein Produkt, kein Ergebnis, sondern ein dauerhafter Prozess. Es ist sozusagen ein Verb - „gemeinschaften“ hieße das vielleicht, oder eben „Gemeinschaft-bilden“. Etwas, was wir immer wieder neu herstellen können und müssen. Deswegen habe ich eine Ahnung davon und auch Erfahrung damit gesammelt, wie so ein Prozess laufen könnte, um immer mehr in eine Gemeinschafts-Wahrnehmung und ein Wir-Empfinden hineinzuwachsen. Ich würde niemals sagen, dass ich weiß, wie es geht im Sinne von: so muss man es machen.

Wir sitzen hier in einem der Gemeinschaftsräume von Amaryllis. Könnt ihr etwas dazu sagen, was Amaryllis ausmacht und seit wann ihr hier lebt?
Kathleen: Ja, Amaryllis ist eine MehrgenerationenWohnGenossenschaft, eines der Pionierprojekte der Wohnszene in Bonn. Wir sind dieses Jahr im elften WohnJahr bei Amaryllis. Thomas und ich sind vor neun Jahren hier als Ehepaar eingezogen. Wir versuchen mit knapp 50 Erwachsenen und 15 Kindern eine gute Nachbarschaft und manche von uns auch eine Gemeinschaft zu leben.

Und? Klappt das?
Kathleen: Die gute Nachbarschaft klappt. Wir achten aufeinander, man hilft sich. Wir organisieren uns selbst als Genossenschaft. Wir sind in der Lage, unsere Gebäude zu verwalten und in Schuss zu halten. Und wenn wir uns gegenseitig in Notlagen antreffen, versuchen wir, uns zu unterstützen und zu helfen. Was darüber hinausgeht an Bedürfnissen nach Nähe und an Kontakt und Verbindlichkeit, da sind die Wünsche sehr unterschiedlich. Da wird es dann immer dünner, je stärker diese Sehnsüchte möglicherweise ausgeprägt sind.

 


Wir haben eine ziemlich ausgefeilte Arbeitsgruppenstruktur. (Kathleen)


Das Interview in voller Länge finden Sie im Buch :
Ab ins Wohnprojekt! Wohnträume werden Wirklichkeit
     
   
 
   

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