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Wilhelm Schwedes, Lebensräume in Balance e.V. in Köln

Zum Interview trafen wir uns am 27. April 2018 in Köln.

 

 
 
Wilhelm Schwedes

Unser erstes Interview haben wir vor ziemlich genau einem Jahr in deinem Haus in Lindlar gemacht. Seither ist viel passiert bei dir.
Ja, in der Zwischenzeit ist viel passiert. Der Einzug ins Wohnprojekt. Die ersten sind am 1. August 2017 eingezogen, ich bin am 15. August eingezogen. Jetzt wohne ich dort schon ein Dreiviertel Jahr.

Ich schlage vor, wir rekapitulieren mal kurz und du beschreibst euer Wohnprojekt nochmal.
Wir sind ein Investorenmodell, gebaut zusammen mit der GAG, der großen Kölner Wohnungsbaugesellschaft. Wir haben 34 Wohnungen, die kleinste ist 38,5 und die größte 93,5 Quadratmeter groß. Wir sind 42 Erwachsene und acht Kinder. Wir haben acht Nationalitäten bei uns im Haus, was natürlich sehr positiv ist, aber es gestaltet sich manchmal auch schwierig. Alleine vom Sprachverständnis her. Die Mentalitäten sind doch unterschiedlich, und wir müssen das als Chance sehen, uns kennen zu lernen und auch voneinander zu lernen.

Ihr habt in eurem Modell ja auch die Mischung von freifinanzierten und geförderten Wohnungen. Würdest du dazu bitte noch was sagen.
Ja. Wir haben ein Drittel Wohnberechtigungsschein A, ein Drittel WBS B und ein Drittel freifinanzierte Wohnungen. Ich persönlich sehe das als ein Problem an. Wir hatten damals in der Projektskizze, mit der wir die GAG als Kooperationspartner gewonnen hatten, aufgeschrieben, dass wir nur 50 Prozent WBS B haben wollen.

Also keine WBS A geförderten Wohnungen. Wer hat euch denn diese jetzige Aufteilung der Wohnungen auferlegt?
Zum Teil die GAG, aber es haben sich auch einige von uns nicht an die Abmachungen gehalten. Ein, zwei Leute von uns sind zur GAG gegangen und haben gefragt, ob sie nicht eine A Wohnung haben können. Das war natürlich gegen unseren Beschluss, den wir hatten. Und so kam die GAG auf uns zu und sagte, aber ihr wollt doch WBS A, und so blieb uns gar keine andere Möglichkeit, als es so zu machen, wie es jetzt ist. Meine Meinung ist, wir sollten Leute aufnehmen, die sozial schwach sind und sie damit auch stärken. Aber das Ganze funktioniert nur, wenn die gesamte Gemeinschaft stabil ist. Und wenn wir einen sehr großen Anteil mit WBS A haben, dann ist die Stabilität der Gemeinschaft gefährdet.

Wieso? Welche Bedeutung hat Geld für die Stabilität von Gemeinschaft?
Das Problem bei WBS A und auch ein bisschen bei WBS B ist: Wenn vom Jobcenter gezahlt wird, wird nur die Miete gezahlt und nicht das, was wir an Zahlungen für den Gemeinschaftsraum benötigen. Die Gelder, die wir für den Gemeinschaftsraum benötigen, sind für die Erstausstattung in der Größenordnung von 60.000 Euro, die wir Quadratmetermäßig umgelegt haben. Und dann brauchen wir natürlich eine Werterhaltung, um in 10 oder 15 Jahren wieder Geld zu haben für Renovierungen oder neue Möbel, und diese Gelder werden nicht vom Jobcenter übernommen, und das ist eine Schwierigkeit.

Mittlerweile zahlt die Stadt bei ihren Zuwendungen für geförderte Wohnungen ja die Anteile für die Gemeinschaftsräume mit.
Ja. Die anteilige Kaltmiete für die Gemeinschaftsräume wird vom Jobcenter übernommen. Aber die Summe für die Erstausstattung und auch die Werterhaltung, die wird nicht übernommen. Die Erstausstattung entspricht etwa 36 Euro pro Wohnquadratmeter. Wenn man eine 50 Quadratmeter Wohnung hat, sind das 1.800 Euro als einmalige Zahlung. Und als Werterhalt, den wir berechnet haben, was wir aber noch nicht beschlossen haben, liegen wir bei etwa 20 Cent pro Wohnquadratmeter pro Monat. Das heißt, für eine 50 Quadratmeter Wohnung müsste jemand pro Monat 10 Euro zahlen. Und das ist relativ schwierig durchzubekommen. Bei einigen nicht, aber gerade bei Menschen, die wenig Geld haben.

 


Ich bin auch sehr froh, mein Leben entrümpelt zu haben.

 

 
Das Interview in voller Länge finden Sie im Buch :
Ab ins Wohnprojekt! Wohnträume werden Wirklichkeit
   
 
   

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