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Joachim Ziefle, Stellvertretender Leiter der Melanchthon Akademie in Köln und Mitgründer der „Wohnschule Köln“.

Zum Interview trafen wir uns am 27. Juni 2017 in Köln

 

 
 
Joachim Ziefle

Wir wollen ja über die Wohnschule reden…. erstmal die Frage: Was ist die Wohnschule?
Die Wohnschule ist ein Bildungsangebot für Menschen, die sich aus persönlichen Gründen mit dem Thema Wohnen und Leben im Alter beschäftigen. Ziel der Wohnschule ist es, Menschen, die auf der Suche sind, für ihr Leben und Wohnen eine Perspektive zu finden, sie dahin zu führen, dass sie in der Lage sind, eine Entscheidung zu treffen. Dazu braucht es unterschiedliche Gedankengänge, und da tauchen viele Fragen auf, die in den Workshops der Wohnschule besprochen werden. Und wenn die Teilnehmer schließlich fähig sind, zu sagen, okay, ich weiß jetzt was ich will, im Alter, wie ich leben möchte, ich weiß jetzt wie ich wohnen möchte, dann ist das Ziel, das wir uns in der Wohnschule gestellt haben erreicht.

Die Wohnschule ist also aufs Alter ausgerichtet.
Ja.

Soll das auch so bleiben?
Das ist noch nicht geklärt. Aber davon sind wir, Karin Nell vom Evangelischen Erwachsenen Bildungswerk Nordrhein und ich zunächst einmal ausgegangen, und das haben wir in unserem Konzept auch so formuliert. Wir haben die Mehrgenerationen-Wohnprojekte nicht als Maßstab genommen, sondern wir haben gesagt: Wir wollen die Menschen der älteren Generation erstmal dahin bringen, die eigene Entscheidungsfindung zu erlangen.

Also ist die Ausrichtung und das Angebot der Wohnschule auf den einzelnen Menschen gerichtet.
Richtig. Ja.

Gibt es ein Feedback darüber, welche Wirkung und welche Konsequenzen es hat, wenn jemand die Wohnschule besucht hat? Ist es so, dass die Leute danach klarer sehen?
Ich würde sagen: Ja. Wir haben so einiges an Feedback erhalten, mit dem Hinweis, ich weiß jetzt, was ich möchte. Zum Beispiel, ich möchte allein wohnen. Auch dies kann eine gute Entscheidung sein, zu sagen, für mich ist die richtige Form, alleine zu wohnen, aber in guter Nachbarschaft, das ist für mich das Wichtigste. Ein anderes Beispiel ist, wenn Teilnehmende sagen, okay, ich weiß jetzt wie kompliziert eine Wohngemeinschaft sein kann, ich weiß jetzt auch wie kompliziert Gemeinschaft überhaupt ist, ich muss dafür etwas tun, aber ich weiß jetzt, was ich dafür tun muss. Das sind alles getroffene Entscheidung derjenigen, die in der Wohnschule waren und mehrere Kurse besucht haben. Und wir sind überzeugt davon, dass dies auch ein oder zwei Jahre braucht, das geht nicht an einem Wochenende, es braucht einfach seine Zeit.

Das hört sich an, als würde die Wohnschule Begleitung beim Nachdenken anbieten, was die eigene Lebensgestaltung angeht … und auch Impulse geben… könnte man es so sagen?
Wir sagen immer: Es braucht die Software zur Hardware. Die Hardware ist das Bauen oder Gestalten der Wohnung und des Wohnens an sich, dazu gehören Barrierefreiheit und die individuellen baulichen Wünsche, die man so äußert. Aber die meisten Menschen, die zum ersten Mal in die Wohnschule kommen, haben genau diese Bilder vor Augen, wie sieht das Wohnzimmer aus, die Küche etc., aber sie haben sich kaum Gedanken darüber gemacht, wie bin ich in diesem Wohnzimmer oder in dieser Wohnung oder in diesem Haus.

Wenn ich es richtig verstehe, bietet die Wohnschule die Möglichkeit, nach innen zu schauen… sozusagen mich mit mir selbst auseinander zu setzen… was brauche ich eigentlich, und was kann ich, und was will ich?
Genau. Und wir sind der Meinung, dass dies der erste Schritt sein muss, um ein Erfolgserlebnis zu generieren. Denn so einige, die zur Wohnschule kommen, haben negative Erfahrungen mit gemeinschaftlichem Wohnen hinter sich: Der klassische Fall, zwei befreundete Paare wollen im Alter zusammen leben und wohnen, doch es ist schiefgegangen und die Freundschaft ist dran gescheitert, bereits in der Planungsphase.


Die meisten bleiben zwei, drei Semester in der Wohnschule.

 

Das Interview in voller Länge finden Sie im Buch :
Ab ins Wohnprojekt! Wohnträume werden Wirklichkeit
   
   
 
   

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