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Sascha Gajewski, Mitinitiator der Genossenschaftsinitiative STADTRAUM 5und4 in Köln und Vorstand des Vereins in Gründung.

Zum Interview trafen wir uns am 18. Mai 2017 in Köln

 

 
 
Sascha Gajewski

Wie geht die kürzeste Beschreibung von STADTRAUM 5und4, die du geben kannst?
Wir haben eine Plattform geschaffen, die das Ziel hat, den gemeinnützigen – man sollte besser sagen den am Gemeinwohl orientierten - Wohnungsbau wieder zu beleben und gleichzeitig auf die nächste Ebene zu bringen. Der gemeinnützige Wohnungsbau war ja eher als Versorgungswohnungsbau gemeint, war aber ansonsten nicht besonders werteorientiert. Wir wollen die Stadt zu einem Ort des Lebens in Vielfalt machen und bringen bei STADTRAUM 5und4 z.B. noch die Aspekte der Inklusion, sowohl im kulturellen als auch im ökologischen Sinne mit rein.

Und wer ist „Wir“?
„Wir“ ist im Idealfall ein möglichst großer Teil der Stadtgesellschaft, den wir mit einem offenen Prozess und möglichst breiter Ansprache versuchen zu adressieren. Das heißt, eine Idee in den Raum zu stellen und zu schauen, bei welchen Menschen sie auf fruchtbaren Boden fällt. So dass sie sagen: das ist etwas, wofür ich mich engagieren will.

Wenn ich dich richtig verstehe ist das „Wir“noch klein, kann und soll im Lauf der Zeit aber groß werden.
Genau. Es soll groß werden im Sinne des Unterstützerkreises und einer breiten gesellschaftlichen Absicherung. Klassischerweise werden ja Genossenschaftsbewegungen oder andere gemeinwohlorientierte Projekte gern in eine bestimmte politische Ecke gedrängt. Aber das widerspricht letztendlich dem Begriff „Gemeinwohl“. Die These ist, dass das, was wir wollen, für die Gesamtgesellschaft gut ist. Auch für Menschen, die vielleicht durch Begrifflichkeiten, die besetzt sind, erstmal eine falsche Assoziation haben. Aber der Sache nach dient ja die „gesunde Stadt“ dem Wohlhabenden genauso wie dem Nichtwohlhabenden.

Ich würde gern ganz konkret nachfragen: wie groß ist das „Wir“ zum jetzigen Zeitpunkt?
Wir haben vor einigen Wochen den Verein mit rund 30 Mitgliedern gegründet. Wir haben einen Unterstützerkreis von grob 100 Menschen, die klar bekundet haben, sie würden auch mitarbeiten wollen, können das aber aus welchen Gründen im Moment nicht. Sonst haben wir nur noch das Maß der ideellen Unterstützer, und wenn man die Petition, die wir jetzt lanciert haben, als Massstab nimmt, sind es derzeit ca. 1000.

Mal ganz an den Anfang…. hat es für dich und dein Engagement sowas wie eine Initialzündung gegeben?
Generell gibt es ja die Idee, dass Menschen ihre wesentlichen Charaktermerkmale schon mit 16 Jahren entwickelt haben. Ich würde sagen, das trifft auch auf mich zu. Veranlagt, sowas in der Art zu machen, ist es bei mir eigentlich schon immer gewesen. Es hat halt je nach Lebensphase unterschiedliche Ausprägung gehabt. In der Jugend Protest, dann politisches Engagement, dann der Versuch, das Erwerbsleben mit ideellen Inhalten zu kombinieren. Deswegen war ich 2 Jahrzehnte in der Photovoltaik-Industrie tätig. Das Thema Genossenschaft hat mich schon im Solarbereich für ein Jahrzehnt begleitet, weil ich bei einer niederländischen Genossenschaft gearbeitet habe. Mir gefiel immer die Idee, einen Teil meiner Energie für das Gemeinwohl einzusetzen. Gleichzeitig liebe ich es aber auch nach professionellen Maßstäben zu arbeiten.

Du steckst sehr viel Zeit und Kraft in die Arbeit an STADTRAUM 5und4, manchmal sieht es aus, als wäre es ein full-time-job, den du da machst.
Es sieht vielleicht mehr aus als es ist, aber es ist deutlich mehr als jemand, der voll erwerbstätig ist, normalerweise leisten kann. Da ich Freiberufler bin, habe ich zum einen Gestaltungsspielraum, aber tatsächlich habe ich 22 Berufsjahre relativ intensiv gearbeitet und bin von den in den Rahmenbedingungen gegebenen Möglichkeiten, Berufliches mit Ideellem zu verbinden, ein bisschen ernüchtert. Da habe ich natürlich auch mein Lehrgeld bezahlt. Wenn mich jetzt jemand fragt, sage ich immer: ich mache gerade eine Art aktives Sabbatical. Mit dem, was ich mir an Freiheit erarbeitet habe, kann ich mich entweder eine Zeit lang auf die faule Haut legen und Urlaub an der Sonne machen, oder es vergemeinschaften und gesellschaftlich wertvoll nutzen. Und ich sehe mehr Sinn darin und dementsprechend macht es mir auch mehr Freude, letzteres zu tun.


Es geht eben darum, unsere Idee nicht nur als Forderung in den Raum zu stellen, sondern uns auch als Gesprächspartner gegenüber der Stadt zu positionieren, dass sie die Rahmenbedingungen schaffen kann, damit solche Projekte möglich werden.

 

Das Interview in voller Länge finden Sie im Buch :
Ab ins Wohnprojekt! Wohnträume werden Wirklichkeit
   
   
 
   

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